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Wenn's um Homöopathie geht!

 

 

 

Die Herstellung homöopathischer Arzneimittel

 

Als Ausgangsstoffe für homöopathische Arzneien werden sowohl Pflanzen als auch Mineralien und Tiere verwendet.

Als Beispiele für Pflanzen seien hier genannt: Kamille (Matricaria chamomilla), Ringelblume (Calendula officinalis) und Arnika (Arnica montana). Auch viele Giftpflanzen liefern wertvolle Mittel: z. B. Tollkirsche (Atropa belladonna), blauer Eisenhut (Aconitum napellus) oder roter Fingerhut (Digitalis purpurea).

Das Tierreich ist beispielsweise vertreten durch die Honigbiene (Apis mellifica) oder die spanische Fliege (Cantharis).

Viele Mineralien ergänzen das Repertoire der Arzneimittel. Man verwendet Metalle wie Gold (Aurum) oder Silber (Argentum), Substanzen wie Schwefel (Sulfur) oder Phosphor (Phosphorus) und Salze wie Eisenphosphat (Ferrum phosphoricum) oder Kochsalz (Natrium chloratum).

 
  

Erst die spezielle Herstellungsweise macht aus einem Ausgangsstoff ein homöopathisches Heilmittel.

Die so genannte Urtinktur (z.B. ein Extrakt aus einer Heilpflanze) wird im Verhältnis 1 zu 10 mit einem Alkohol-Wasser-Gemisch versetzt und kräftig geschüttelt. Hierdurch erhält man die erste Potenzstufe, die D1. Das „D“ steht für decem = 10. Mischt man die D1 wieder mit einem Alkohol-Wasser-Gemisch im Verhältnis 1 zu 10, kommt man zur D2. Diese Reihe kann man immer weiterführen, darf aber keine einzige Potenz überspringen.

Neben den D-Potenzen gibt es auch die C-Potenzen. Hierbei wird die Ausgangssubstanz  bei jedem Potenzierungsschritt 1 zu 100 gemischt. Das „C“ steht für centum = 100. 

 

Beim Verdünnen eines Mittels wird dieses keineswegs schwächer, sondern entfaltet nach homöopathischer Anschauung sogar tiefere und weiter reichende Kräfte. Man spricht daher vom Potenzieren eines Ausgangsstoffes (lateinisch „potentia“ = die Kraft). Je häufiger ein Mittel verarbeitet, also potenziert wird, umso mehr werden seine Heilkräfte freigesetzt.

Die niedrigen Potenzen (D4 – D12, C4 – C12) werden in der Regel bei Krankheiten eingesetzt, die sich auf ein Organ oder Organsystem beziehen. Sie sind für die Selbstbehandlung von leichteren Beschwerden hervorragend geeignet.

Hohe Potenzen (D30 – 200, C200 – 1000) wirken umfassend auf den gesamten Organismus und die gesamte Persönlichkeit des Patienten und sind deshalb der Verordnung durch einen erfahrenen Homöopathen vorbehalten.

 

 

Die Einnahme homöopathischer Arzneimittel

 

Homöopathische Arzneimittel sind etwas Besonderes - nicht nur in der Herstellung und Mittelauswahl wie wir in den beiden vorhergehenden Ausgaben erfahren haben. Auch bei der Anwendung sollten Sie spezielle Regeln beachten, damit ein Mittel gut wirken kann.

Als Arzneiformen zur innerlichen Anwendung stehen uns Tropfen (Dilutionen), Tabletten oder Globuli (Streukügelchen) zur Verfügung.

Homöopathische Dilutionen enthalten immer Alkohol. Daher sollten kleine Kinder, schwangere und stillende Frauen und Menschen, die auf Alkohol verzichten möchten, besser Globuli oder Tabletten einnehmen.

Die Basis der homöopathischen Tabletten ist Milchzucker (Lactose). Auch hier ist bei manchen Patienten die Milchzuckerunverträglichkeit zu beachten.

Globuli enthalten als Trägerstoff Saccharose (Haushaltszucker), auf die das Arzneimittel in flüssiger Form aufgebracht und getrocknet wurde. Sie eignen sich besonders für Kinder. Aber auch viele Erwachsene bevorzugen die praktischen kleinen Kügelchen.

Als Faustregel kann man sich merken: 3-5 Tropfen Dilution entsprechen 1 Tablette oder 3-5 Globuli.

Egal ob Dilution, Globuli oder Tabletten: Homöopathische Mittel sollten am besten über die Mundschleimhaut aufgenommen werden. Tropfen behalten Sie dazu am besten eine Zeit lang im Mund, bevor Sie sie herunterschlucken. Man kann sie auch mit der Zunge sanft in die Mundschleimhaut "einmassieren". Tabletten oder Globuli werden unter die Zunge gelegt oder in die Backentasche gesteckt und lösen sich dort langsam auf.

 

Vor und nach der Einnahme homöopathischer Arzneien sollten Sie jeweils 15 Minuten nichts essen oder trinken, damit die Aufnahme über die Mundschleimhaut nicht beeinträchtigt wird.

Meiden Sie außerdem während der Behandlung Genussmittel wie Alkohol, Kaffee, starken Schwarztee oder Rauchen. Es gibt auch andere Stoffe, die die Wirkung der Mittel beeinträchtigen können. Dazu gehören starke Gewürze, ätherische Öle (z. B. aus der Kamille oder der Pfefferminze) oder allgemein stark riechende Stoffe wie Campher oder Menthol (mentholfreie, homöopathieverträgliche Zahncreme verwenden!).

 

Nehmen Sie immer nur die verordnete Menge des Mittels ein. Die Methode "viel hilft viel" bringt nichts und stört den Körper nur. Als Faustregel für die Einnahmehäufigkeit gilt bei den niedrigen Potenzen (D4-D12 und C4-C12):

  • bei hoch akuten Beschwerden alle 2 bis 10 Minuten eine Dosis;

  • bei akuten Symptomen alle halbe bis jede Stunde eine Dosis;

  • bei Besserung und abklingenden Beschwerden 2- bis 3-mal täglich oder seltener eine Dosis. Dies gilt oft auch bei chronischen Beschwerden.

 

Die hohen Potenzen (D30, C30 und höher) werden deutlich seltener eingenommen. Halten Sie sich hier unbedingt an die Empfehlung Ihres Therapeuten. Ein homöopathisches Mittel in der 30er-Potenz wirkt oft eine ganze Woche lang. Noch höhere Potenzen (C200 und höher) werden sogar nur als Einmalgabe eingenommen und entfalten ihre Wirkung über mehrere Wochen.

 

 

 

 

Homöopathische Komplexmittel

  

In den vorhergehenden Ausgaben haben wir erfahren, dass homöopathische Mittel nach den ganz individuellen Krankheitszeichen für einen Patienten ausgesucht werden. Die klassische Homöopathie verwendet Einzelmittel: Der Patient bekommt also nach der ausführlichen Befunderhebung, der Anamnese, ein einziges Mittel. Dies ist das Simile, das Ähnliche, zu seiner Erkrankung; getreu dem Leitsatz "Similia similibus curentur" - Ähnliches werde von Ähnlichem geheilt.

Man kann sich leicht vorstellen, dass es auch für erfahrene Homöopathen nicht immer einfach ist, exakt dieses Simile zu finden. Manchmal ist es wie die Suche nach der berühmten Stecknadel im Heuhaufen, die sehr langwierig sein kann.

 

Schon Hahnemann hat beobachtet, dass manche Krankheitsbilder aus gleicher Ursache heraus immer gleich ablaufen. Er nannte dies "festständige Krankheiten". Diese könne man immer mit dem gleichen Mittel behandeln, stellte er fest. Später haben Ärzte weitere Krankheitsbilder, so genannte Syndrome, herausgearbeitet, bei denen sich immer das gleiche Mittel oder die gleiche Mittelkombination bewährt hat. Man spricht in diesen Fällen von einer "bewährten Indikation". Dabei werden gerne auch Komplexmittel eingesetzt, also Mittel, die aus mehreren, aufeinander abgestimmten Einzelkomponenten zusammengesetzt sind.

 

Vorteilhaft sind Komplexmittel, wenn der Patient seine Beschwerden nicht genau beschreiben kann oder seine Krankheitszeichen sehr vielfältig sind, zum Beispiel bei einer Erkältung. Dann deckt ein Komplexmittel ein breiteres Spektrum an Symptomen ab als ein Einzelmittel. Für diese Komplexmittel kann - anders als bei den Einzelmitteln - ein Anwendungsgebiet (Indikation), zum Beispiel "akute fieberhafte Zustände" oder "grippaler Infekt" sowie eine Dosierungsanweisung im Beipackzettel angegeben werden. Aus diesem Grund sind sie hervorragend für die Selbstmedikation geeignet.

 

 

 

 

Homöopathie bei Erkältungskrankheiten

 

Am Beispiel des grippalen Infekts kann man sehr gut die Vielfalt und Individualität der homöopathischen Behandlung sehen.

Neben Fieber treten oft Schnupfen, Husten, Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen auf. Manche Patienten fühlen sich matt und wie gerädert, andere fühlen sich trotz Fieber relativ wohl. All dies berücksichtigt die Homöopathie bei der Mittelauswahl.

 

Bei plötzlichem Beginn des Fiebers, das rasch ansteigt, ohne dass der Patient schwitzt, ist Aconitum napellus, der Eisenhut, das richtige Mittel. Der Patient fühlt sich heiß und trocken an, hat oft ein rotes, heißes Gesicht, ist ängstlich und unruhig, hat viel Durst und oft noch Halsschmerzen. Die Beschwerden treten erstmals in den Nachstunden auf und sind oft eine Folge von kaltem Wind.

 

Ist das plötzliche Fieber jedoch mit Schweißausbrüchen verbunden, ist Belladonna, die Tollkirsche, angezeigt. Der Patient hat ein hochrot-glühendes Gesicht und feucht-schweißige Haut, der Körper glüht im Fieber, Hände und Füße aber sind kalt. Der Patient ist erregt und überempfindlich gegen Geräusche, Licht und Berührung, hat keinen Durst und oft pulsierende Kopfschmerzen.

 

Ferrum phosphoricum, zu Deutsch Eisenphosphat, gilt als gutes Fieber- und Entzündungsmittel, das im akuten und weniger akuten Stadium angezeigt ist bei Infekten, die mit Schleimhautreizungen verbunden sind. Der Infekt beginnt mit Frösteln und Frieren, mäßigem Fieber und Katarrh. Der Patient leidet zum Beispiel unter starkem Fließschnupfen, muss häufig niesen und husten. Trotz des Fiebers und eines eher labilen Kreislaufs fühlt er sich relativ wohl.

 

Ganz anders beim Wasserhanf, lateinisch Eupatorium perfoliatum: Der ganze Körper tut weh, Gelenke, Knochen und Muskeln schmerzen wie verrenkt, der Patient fühlt sich wie zerschlagen. Manchmal ist ihm übel oder er muss erbrechen, Kopf und Augen schmerzen. Der Infekt ist als Folge von feucht-kaltem Wetter aufgetreten.

 

Gelsemium, falscher Jasmin, ist angezeigt, wenn dumpfe, starke Kopfschmerzen das Hauptsymptom des grippalen Infekts sind. Der Schmerz zieht vom Nacken über den Hinterkopf bis zu den Augen. Der Patient klagt, er sei '"wie betäubt", fröstelt, zittert, fühlt sich schlapp und schläfrig.

 

 

 

 

Homöopathie für Frauen

 

Auch im Bereich der Frauenheilkunde leistet die Homöopathie wertvolle Dienste. Sie berücksichtigt die individuellen Beschwerden der Frau, ohne den Organismus mit chemischen Substanzen zu belasten.

 

Menstruationsbeschwerden, bei denen heftige, kolikartige Schmerzen im Unterleib wüten und dunkelrotes, klumpiges Blut abgeht, werden mit Chamomilla behandelt. Die Frau fühlt sich verzweifelt und erschöpft, kann die Schmerzen kaum ertragen, ist reizbar, ungeduldig und überempfindlich. Wärme auf dem Bauch, zum Beispiel durch eine Wärmflasche, bessert die Schmerzen.

Leidet die Frau vor und während der Periode abwechselnd oder zeitgleich an einem ganzen Beschwerdepaket mit Unterleibskrämpfen, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Blässe und Kopfschmerzen, kann Pulsatilla helfen. Die Patientin braucht viel frische Luft und Bewegung. Ihre Launen wechseln häufig, ebenso ihre Beschwerden. Besonders während der Monatsblutung ist sie weinerlich, manchmal depressiv und verzagt und möchte getröstet werden.

Schneidende, ziehende oder krampfartige Bauchschmerzen, die ein bis zwei Tage vor der Menstruation beginnen und bei Einsetzen der Blutung oft nachlassen, weisen auf Magnesium phosphoricum hin. Zusammenkrümmen und Wärme lindern die Schmerzen, Kälte und Bewegung machen sie schlimmer.

 

Auch Beschwerden im Klimakterium können sehr gut mit homöopathischen Mitteln behandelt werden:

Wenn zu Beginn der Wechseljahre der Zyklus unregelmäßig wird, sich die Zeitabstände zwischen den Regelblutungen verlängern, ist oft Cimicifuga das richtige Mittel. Die Patientin leidet zusätzlich unter depressiver Verstimmung, Antriebslosigkeit oder Schlafstörungen. Stress und Aufregung verschlechtern ihren Zustand.

Stehen plötzliche Hitzewallungen, Schweißausbrüche und Herzklopfen im Vordergrund, deutet dies auf Lachesis hin. Zusätzlich können Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen und innere Unruhe auftreten.

Die Symptome von Sepia sind unter anderem: unregelmäßig auftretende Menstruation in vergrößerten Zeitabständen, Trockenheit der Vagina und Libidoverlust. Die psychischen Begleiterscheinungen zeigen sich oft in Reizbarkeit oder Gleichgültigkeit. Frische Luft, Bewegung und körperliche Anstrengung bessern den Zustand.

 

Für Beschwerden in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie zur Geburtsvorbereitung steht ebenfalls ein reicher Schatz an homöopathischen Mitteln zur Verfügung. Diese sollten allerdings erst nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt oder Therapeuten bzw. der Hebamme eingesetzt werden.

 

 

 

 

Homöopathie für die Reiseapotheke

 

Krank auf Reisen muss nicht sein. Gerade für den Urlaubskoffer ist eine homöopathische Reiseapotheke praktisch. Denn es gibt sie als kleines Mäppchen, in dem alle benötigten Mittel Platz sparend verstaut und immer griffbereit sind.

 

Wer auf die ungewohnte Kost im Urlaubsland empfindlich reagiert, sollte Okoubaka in die Reiseapotheke packen: Es eignet sich zur Behandlung von Durchfällen, die durch Nahrungs- und Klimaumstellung ausgelöst werden. Es hilft bei Übelkeit, Erbrechen und Durchfällen als Folge von Nahrungsmittelunverträglichkeit. Okoubaka kann auch nach Infektionskrankheiten helfen, wenn der Patient sich abgeschlagen und schwach fühlt und keinen Appetit hat.

Reiseübelkeit ist ein verbreitetes Leiden, das Kinder und Erwachsene beim Autofahren, im Flugzeug oder auf dem Schiff plagt. Sie reagieren mit Übelkeit, Erbrechen und Kreislaufbeschwerden. Bei der Auswahl des Mittels orientiert man sich an den Begleitsymptomen der Reiseübelkeit: Cocculus (Kockelskörner) hilft bei Reisebeschwerden mit starker Übelkeit und Brechreiz. Der Patient fühlt sich schwach und erschöpft; bei jeder Bewegung wird ihm schwindelig. Jeder Gedanke an Essen und der Geruch davon verschlimmern die Übelkeit.

Wenn zu einer starken Übelkeit und einem ganz elenden Gefühl noch Kälte, Kollapsneigung und kalter Schweiß hinzukommen, ist Tabacum (Nicotiana tabacum; Tabak) angezeigt. Die Beschwerden verschlimmern sich durch jegliche Bewegung, in warmen Räumen, durch Kälte und typischerweise durch Tabakrauch. An der frischen Luft, nach Erbrechen und Abgang von Stuhl oder Harn fühlt sich der Patient erleichtert.

Hat man trotz aller Vorsichtsmaßnahmen einen Sonnenbrand abbekommen, so gilt als erste Maßnahme natürlich der Rückzug in den Schatten und reichliches Trinken. Als homöopathische Mittel kommen Belladonna (Tollkirsche) und Cantharis (spanische Fliege) zum Einsatz. Der Belladonna-Patient hat ein hochrotes und schweißiges Gesicht, Kopfschmerzen und eine schmerzhaft gerötete Haut. Cantharis ist das richtige Mittel, wenn die Haut heftig brennt, sticht und Blasen zieht.

Zur Behandlung von Insektenstichen sollte man Apis (Honigbiene) und Ledum (Sumpfporst) einpacken. Apis hilft, wenn die Einstichstelle heiß ist und blass-rot glänzt. Die stechenden Schmerzen werden durch kühle Umschläge gelindert. Auch bei Ledum helfen kühlende Anwendungen, aber die betroffene Stelle selbst fühlt sich kalt an, und juckt heftig.  

 

Vorschläge für die Zusammenstellung einer homöopathischen Reiseapotheke sowie die passenden Mäppchen erhalten Sie bei uns in der Apotheke.

Wir beraten Sie gerne!

 

 

 

Homöopathie bei Wunden und Verletzungen

 

Kleine Wunden und Verletzungen, Prellungen oder Blutergüsse kann man homöopathisch gut selbst behandeln.

Bei akuten Verletzungen nimmt man drei- bis viermal hintereinander alle 10 Minuten eine Dosis einer D6- oder D12-Potenz, danach stündlich eine Dosis bis eine Besserung eintritt.

Am besten hat man die wichtigsten Verletzungsmittel in der Hausapotheke vorrätig, denn man weiß ja nie, wann im Haushalt, in der Schule oder im Garten ein Missgeschick passiert. Ganz wichtig: Prüfen Sie bei dieser Gelegenheit, ob Sie gegen Tetanus geimpft sind. Alle zehn Jahre sollte der Tetanus-Schutz aufgefrischt werden. Falls Sie Ihren Impfpass nicht mehr finden oder sich darin nicht gut auskennen, fragen Sie am besten bei Ihrem Hausarzt oder bei uns in der Apotheke nach.

 

Ein allgemein bekanntes und bewährtes Wundheilungsmittel in der Homöopathie ist Arnica (Arnica montana, Bergwohlverleih). Dies ist das Mittel der Wahl bei allen oberflächlichen Wunden, bei Prellungen und Quetschungen und bei blauen Flecken (Blutergüssen). Auch großflächige Blutergüsse nach einem Sturz oder Schlag sprechen gut auf das Mittel an. Arnica lindert Muskelkater, wenn sich alle Muskeln und Gelenke wie zerschlagen anfühlen. Auch bei akutem Nasenbluten nach einer großen körperlichen Anstrengung, nach einem Schlag auf die Nase oder bei Verletzung der Nasenschleimhäute ist Arnica eine wertvolle Hilfe.

 

Bellis perennis, das kleine Gänseblümchen, ist ein wertvoller Helfer, wenn sich die Patienten sehr wund und abgeschlagen fühlen oder starken Wundschmerz nach einer Operation fühlen. Die verletzte Haut zeigt typischerweise kleine scharf begrenzte Blutergüsse und punktförmige Einblutungen. Mit Bellis setzt man die Behandlung einer Prellung fort, die mit Arnica begonnen wurde, wenn Arnica keine ausreichende Linderung bringt.

 

Calendula officinalis, die Ringelblume, unterstützt die Heilung bei oberflächlichen Gewebeverletzungen, zum Beispiel bei Riss-, Quetsch- und Schürfwunden, die zur Eiterung neigen. Das Mittel lindert Wundschmerzen und ist besonders bei verzögerter Wundheilung angebracht. Calendula Creme oder Salbe unterstützen die Wundheilung.

 

Das wichtigste Mittel bei Verrenkungen und Verstauchungen im Sport ist Rhus toxicodendron, der Giftsumach. Typischerweise treten die Beschwerden bei Überanstrengung oder nach Durchnässung und Verkühlung auf, wenn man zum Beispiel nach dem Sport oder einem anstrengenden Ausflug in den Regen gekommen ist. Massieren, Wärme und Bewegung werden wohltuend empfunden.

 

Bei stumpfen Verletzungen der Muskeln und Sehen, Bänderzerrung und -dehnung und Prellungen nahe am Knochen, zum Beispiel am Schienbein, ist Ruta (Weinraute) angezeigt. Der Patient fühlt sich wie gelähmt, zerschlagen und überanstrengt; Kälte, Nässe und Hinlegen verschlimmern alles noch.

 

Hypericum (Johanniskraut) eignet sich bei Verletzungen an nervenreichem Gewebe, zum Beispiel an den Fingern oder Zehen. Typisch sind Taubheits- und Kältegefühl und stechende Schmerzen an der verletzten Stelle. Hypericum kann man abwechselnd mit Arnica geben, im akuten Stadium alle zehn Minuten eine Gabe. Die Kombination ist auch geeignet in den ersten Tagen nach Knochenbrüchen mit Verletzung des umgebenden Nervengewebes oder nach einer Operation. Auch nach dem Zahnziehen lindert diese Kombination die Schmerzen und fördert die Wundheilung.

 

 

  

Homöopathie bei Magen-Darm-Beschwerden

 

Störungen im Bereich des Magen-Darm-Trakts kommen im Alltag immer wieder vor und können sehr gut und effektiv mit homöopathischen Mitteln behandelt werden. Auch Kinder sprechen auf eine homöopathische Behandlung sehr gut an. Bauchschmerzen, Durchfall und Erbrechen – bei diesen Erkrankungen sollte man immer auch an den Auslöser denken. Denn einerseits werden diese Beschwerden manchmal von der Psyche ausgelöst (der „nervöse Magen“), andererseits können heftige Bauchschmerzen oder Brechdurchfall die Anzeichen einer Vergiftung sein.

 

Chamomilla, die altbewährte Kamille, ist ein ganz wichtiges Mittel in der Kinderheilkunde und gilt als krampflösendes Mittel. Die Patienten leiden unter Brechdurchfällen, der Stuhl ist schleimig-grün, übelriechend und macht den After wund. Der Leib ist schmerzhaft gespannt. Nach dem Essen können Blähungskoliken auftreten. Oft treten die Durchfälle und Magenbeschwerden im Zusammenhang mit Zahnungsbeschwerden bei Säuglingen und Kleinkindern auf. Ganz typisch sind die persönlichen Merkmale: Der Patient ist reizbar, ungeduldig, zornig und kaum zufrieden zu stellen. Die Schmerzen erscheinen ihm als unerträglich. Kleine Kinder wollen immer auf dem Arm getragen werden.

Bei kolikartigen Bauchschmerzen mit wässrigen Durchfällen und Übelkeit sowie schneidenden Schmerzen in den Harnwegen ist Colocynthis (Koloquinthe) angezeigt. Die Leibschmerzen bessern sich durch Zusammenkrümmen und Gegendruck sowie durch Wärme (an die Wärmflasche denken!) und Ruhe. Essen und Trinken verschlimmert die Schmerzen, ebenso Ärger, unterdrückte Wut und Zorn. Die Patienten sind ebenfalls reizbar und ungeduldig.

Ein typisches „Katermittel“ ist Nux vomica, die Brechnuss. Krämpfe, Magenschmerzen, morgendliches Erbrechen und Sodbrennen sind typisch; sie treten zum Beispiel bei verdorbenem Magen auf, wenn man am Abend zuvor zuviel Alkohol getrunken und zu reichlich gegessen hat oder wenn man sich gestresst, zornig und gehetzt fühlt. Der typische Nux-vomica-Patient hat ein Verlangen nach Reizmitteln wie Kaffee, Tee, Alkohol und Tabak, obwohl diese Genussmittel seine Beschwerden verschlimmern.

Ein besonders in der Kinderheilkunde bewährtes Mittel ist Pulsatilla (Wiesenküchenschelle). Wenn Kinder bei einer Party oder einem Familienfest viel durcheinander essen, kalte Getränke trinken, Eis und Früchte essen und dann Bauchschmerzen, Blähungen und Brechdurchfall bekommen, hilft Pulsatilla. Das Kind ist meist nörgelig, labil und weinerlich und "hängt an Mutters Rockzipfel".

Bei Magen-Darm-Störungen mit Brechreiz und ausgeprägter Übelkeit, die durch Erbrechen nicht besser wird, ist Ipecacuanha, die Brechwurzel, angezeigt. Fettes Essen, Eis, Kuchen und Obst lösen die Beschwerden aus, die durch Bewegung, Kälte und Wärme schlimmer werden; Ruhe bessert das Befinden.

 

Neben diesen genannten homöopathischen Einzelmitteln haben sich auch eine große Zahl von Komplexmitteln bei der Behandlung von Erkrankungen im Magen- und Darmbereich bewährt. Beispielhaft seien hier erwähnt:

Gentiana Magenglobuli: Sie wirken appetitanregend, bessern Völlegefühl und lindern Übelkeit, z. B. auf Reisen, in der Frühschwangerschaft, oder während einer Chemotherapie.

Bei säurebedingten Magenbeschwerden (Sodbrennen) helfen Robinia comp. Globuli.

Unsere Spagyrik-Globuli „Blähungen“ beseitigen rasch den aufgetriebenen Bauch und beruhigen und entspannen den gesamten Magen-Darm-Trakt.

 

 

 

 

Gesund im Mund

 

Viren und Bakterien sind in aller Munde - und manche dieser Krankheitserreger lauern tatsächlich darauf, in unsere Mundschleimhaut einzudringen. Gelingt es ihnen, sich hier einzunisten, kommt es zur Mundschleimhautentzündung (Stomatitis). Die Mundschleimhaut schwillt an, rötet sich und blutet leicht. Es kann zu verstärkter Speichelbildung, Belägen auf Schleimhaut und Zunge sowie zu starkem Mundgeruch kommen. Oft treten Bläschen oder kleine Geschwüre mit weißen Belägen (Aphthen) auf. Diese oft winzigen Schleimhautbläschen oder -geschwüre können sehr schmerzhaft sein und beim Essen und Trinken erhebliche Beschwerden verursachen; manchmal fällt auch das Schlucken schwer.

Das weit verbreitete Herpes-Virus führt bei vielen Menschen zu unangenehmer Bläschenbildung an der Grenze von Mundschleimhaut und Lippe. Es kommt zu flüssigkeitsgefüllten Bläschen, die jucken und brennen. Im weiteren Verlauf verkrusten die betroffenen Stellen und reißen immer wieder ein.

 

Homöopathische Arzneimittel können oft erfolgreich zur schnellen Linderung dieser Beschwerden eingesetzt werden.

 

Borax in homöopathischer Potenz hilft bei brennenden, leicht blutenden Aphthen. Der Mund ist heiß und meist trocken. Auch bei Mundsoor ist Borax eine hilfreiche Unterstützung.

Mercurius solubilis ist bewährt bei geschwollenem und geschwürigem Zahnfleisch und Aphthen. Es besteht in der Regel starker Speichelfluss, der Mund ist feucht, dennoch hat der Patient starken Durst. Außerdem tritt ein äußerst unangenehmer Mundgeruch auf und oft ein metallischer Geschmack im Mund.

Acidum nitricum ist das Mittel für Wundheit und Geschwüre der Mundschleimhaut und des Zahnfleisches, wenn der Patient ein Trockenheitsgefühl im Mund mit großem Durst verspürt und fauligen Mundgeruch hat. Charakteristisch sind außerdem stechende, splitterartige Schmerzen. Die betroffenen Stellen bluten leicht, die Mundwinkel sind eingerissen.

Natrium chloratum ist ein wichtiges Mittel bei Lippenherpes. Die Bläschen zeigen sich wie Perlen an den Lippen. Die Zunge ist taub und prickelt. Oft ist der Ausschlag eine Folge von Sonne, Luftzug oder Ekel vor Unreinem. Hitze und Sonnenbestrahlung verschlimmern die Beschwerden.

Rhus toxicodendron hilft bei Herpesbläschen, die manchmal bis zum Kinn reichen. Die Zunge ist rot, rissig und belegt. Der Patient hat den dauernden Drang, an den betroffenen Stellen zu reiben.

 

Neben diesen genannten homöopathischen Einzelmitteln haben sich auch spagyrische Komplexe zur Behandlung von Erkrankungen im Mundbereich bewährt.

 

Die spagyrischen Essenzen Propolis, Echinacea, Chamomilla und Salvia, vereint im Spagyrik-Komplex Mundgesund, helfen bei Entzündungen der Mundschleimhaut und des Zahnfleisches. Auch Aphthen und Druckstellen von Prothesen heilen schnell.

Der Spagyrik-Komplex Mundgeruch beseitigt effektiv lästigen Mundgeruch, indem er belastende Giftstoffe aus dem Körper ausleitet und die angegriffene Schleimhaut in Mund und Magen abheilt.

Zur Vorbeugung und Behandlung von Lippenherpes werden die Spagyrik-Globuli Herpes eingesetzt. Als Kur angewendet helfen sie sehr gut gegen ständig wiederkehrende Herpes-Ausschläge.